Ein Handy kann ab Werk schon viel. Trotzdem stößt man im Alltag schnell an Grenzen. Das RAR-Archiv aus der Mail lässt sich nicht öffnen, das Urlaubsvideo ist zu groß für den Messenger, und im Hotel-WLAN fühlt man sich nicht ganz wohl. Für solche Momente gibt es kleine Helfer.
Die acht Apps hier lösen jeweils eine bestimmte Aufgabe. Manche stammen von großen Firmen wie Google, Xiaomi oder OpenAI, andere von kleineren Teams oder einer Community. Kaum jemand braucht alle. Wichtig ist, welche Rechte eine App verlangt, was die Gratisversion kann und ob man sie wirklich regelmäßig nutzt.
Welche App welche Aufgabe übernimmt
- ZArchiver — ZIP, RAR und 7z auf dem Handy entpacken
- ShareMe — Dateien ohne mobile Daten von Handy zu Handy
- TeraBox — Viel Cloud-Speicher für Fotos und Dateien
- Proton VPN — Gratis-VPN mit Fokus auf Datenschutz
- Google Chrome — Surfen mit Sync über das Google-Konto
- Google Maps — Navigation, Bus und Bahn, Orte in der Nähe
- ChatGPT — Schnelle Antworten, Texthilfe und Ideen
- Activity Launcher — Versteckte Einstellungen direkt öffnen
ZArchiver

ZIP, RAR und 7z auf dem Handy entpacken
ZArchiver von ZDevs öffnet ZIP, RAR, 7z und viele weitere Formate. Beim Start zeigt die App kein buntes Menü, sondern gleich eine Ordnerliste. Oben steht immer der aktuelle Pfad. So weißt du jederzeit, wo du bist, und entpackst ein Archiv gezielt in den richtigen Ordner. Eigene Archive erstellen kann die App auch.
Die Oberfläche ist schlicht und eher zweckmäßig. Zuletzt erschien im deutschen Play Store Version 1.0.10, und zwar am 24. Juni 2024, seitdem ist es ruhig. Für ein Werkzeug, das offline arbeitet und keine Konten verwaltet, ist das weniger heikel. Anders als TeraBox oder ShareMe verschiebt ZArchiver keine Dateien, es arbeitet nur mit dem, was schon auf dem Gerät liegt.
Die App passt zu allen, die öfter Archive herunterladen, etwa Unterlagen oder Fotosammlungen. Vorsicht gilt bei Archiven aus unbekannten Quellen, denn darin können sich unerwünschte Apps verstecken. ZArchiver →
ShareMe

Dateien ohne mobile Daten von Handy zu Handy
ShareMe von Xiaomi schickt Fotos, Videos, Musik, Dokumente und sogar installierte Apps direkt auf ein anderes Handy. Mobile Daten werden nicht verbraucht, und meist geht es deutlich schneller als per Bluetooth. Ein Xiaomi-Gerät ist dafür nicht nötig, ShareMe funktioniert auf Android-Handys aller Marken.
Beide Geräte brauchen die App und müssen nah beieinander sein. Für den Versand an jemanden in einer anderen Stadt taugt ShareMe also nicht. Zum Finden anderer Geräte fragt die App nach Speicher- und Standortrechten, das ist bei dieser Art von App normal. Sie ist kostenlos, In-App-Käufe gibt es keine, und laut deutschem Play Store braucht sie Android 7.0.
Praktisch ist ShareMe vor allem beim Umzug auf ein neues Handy oder wenn Freunde große Videos austauschen wollen. Wer nur ab und zu ein Foto teilt, kommt oft auch mit Quick Share von Google aus, das auf vielen Handys schon eingebaut ist. ShareMe →
TeraBox

Viel Cloud-Speicher für Fotos und Dateien
TeraBox von Flextech Inc. lockt mit einer großen Zahl: Nach der Registrierung gibt es 1024 GB Speicher kostenlos. Fotos, Videos und Dokumente werden gesichert, zwischen Geräten abgeglichen und auf Wunsch per Freigabelink geteilt. Anders als bei ShareMe verlassen die Dateien das Handy. Sie bleiben also erreichbar, auch wenn das Gerät verloren geht.
Gratisnutzer sehen Werbung, und einige Funktionen sind eingeschränkt, ein Bezahltarif hebt diese Grenzen auf. Schon die Installation braucht spürbar viel Speicher. Mit Version 4.26.0 kann man jetzt auch Dateien aus Dropbox und OneDrive importieren. Entscheidend ist am Ende aber nicht die Speichergröße, sondern Upload-Tempo, Tarifgrenzen und wie gut die Wiederherstellung klappt.
TeraBox passt zu Leuten mit vielen Fotos und Videos, die nicht für Speicher zahlen wollen. Wichtige Dateien sollten trotzdem noch an einem zweiten Ort liegen. Vor dem Hochladen lohnt ein Blick in die Datenschutz-Einstellungen, und ein Test der Wiederherstellung zeigt, ob das Backup wirklich funktioniert. TeraBox →
Proton VPN

Gratis-VPN mit Fokus auf Datenschutz
Proton VPN kommt von der Proton AG aus der Schweiz, die auch Proton Mail anbietet. Die App baut eine verschlüsselte Verbindung zu einem VPN-Server auf. Webseiten sehen danach dessen Adresse statt deiner eigenen. Besonders nützlich ist das in offenen WLANs im Café, im Hotel oder am Bahnhof. Die Gratisversion verbindet ohne Anmeldung und ohne Datenlimit.
Kostenlos ist die Serverauswahl begrenzt. Mehr Standorte und Funktionen gibt es mit Plus, das ab 9,99 € kostet. Die Apps sind quelloffen und wurden unabhängig geprüft. Anonym macht dich ein VPN trotzdem nicht, denn Konten, bei denen du angemeldet bist, erkennen dich weiterhin. Neuerdings verlangt die App im deutschen Play Store Android 8.0, groß ist sie rund 25 MB.
Proton VPN passt zu allen, die oft in fremden WLANs unterwegs sind und keinem unbekannten Gratisdienst trauen wollen. Wer ein älteres Handy hat, sollte vorher die Android-Version prüfen. Proton VPN →
Google Chrome

Surfen mit Sync über das Google-Konto
Chrome ist auf vielen Android-Handys schon vorinstalliert. Die Frage ist also weniger, ob man ihn installiert, sondern wie man ihn einrichtet. Die größte Stärke ist die Synchronisierung: Lesezeichen, Passwörter, Verlauf und offene Tabs wandern mit dem Google-Konto zwischen Handy und Computer. Dazu verbindet Chrome Suche, Lens, Übersetzer und Passwortmanager.
Updates kommen oft mit knappen Hinweisen wie Stabilitäts- und Leistungsverbesserungen. Dahinter stecken häufig Sicherheitskorrekturen, deshalb sollte Chrome immer aktuell sein. Der Haken ist der Datenschutz, denn der Browser hängt eng an Google-Diensten. Anders als Proton VPN verschlüsselt Chrome nicht die ganze Verbindung, sondern verlässt sich auf HTTPS der einzelnen Seiten.
Chrome passt zu allen, die ohnehin ein Google-Konto nutzen und zwischen Geräten wechseln. Ein paar Minuten in den Einstellungen lohnen sich: Safe Browsing, Passwortcheck, Rechte für Websites und gelegentliches Löschen der Browserdaten. Kosten fallen keine an. Google Chrome →
Google Maps

Navigation, Bus und Bahn, Orte in der Nähe
Google Maps plant Wege mit dem Auto, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn. Laut Google kennt die App mehr als 250 Millionen Orte und Unternehmen mit Fotos, Bewertungen und Öffnungszeiten. Viel Nutzen steckt schon vor dem Losfahren: Eingang finden, Umstieg planen, Öffnungszeiten prüfen.
Mit Offlinekarten lädt man ein Gebiet vor der Reise herunter. Dann funktioniert die Navigation auch bei schwachem Netz. Google Maps belegt viel Platz und bekommt häufig Updates. Gespeicherte Orte und der Routenverlauf hängen an Standortdaten und am Konto. In den Standort-Einstellungen legst du fest, was gespeichert wird und wie lange.
Maps ist auf den meisten Handys vorinstalliert und eignet sich für fast alle, vom Pendler bis zum Touristen. Wie genau Nahverkehr und Firmendaten sind, hängt vom Land ab. In manchen Regionen liefert eine lokale Karten-App mehr Details. Google Maps →
ChatGPT

Schnelle Antworten, Texthilfe und Ideen
Die offizielle ChatGPT-App von OpenAI vereint Textchat, Sprachmodus, Foto-Upload und Bildgenerierung. Sie ist das vielseitigste Werkzeug in dieser Liste. Du kannst einen Text zusammenfassen lassen, eine Nachricht entwerfen oder ein Foto von einem Dokument erklären lassen. Der Verlauf wird zwischen Geräten abgeglichen, ein Chat vom Laptop geht später auf dem Handy weiter.
Download und Grundnutzung sind kostenlos, Abos bringen mehr Kapazität und Funktionen. Antworten können falsch oder veraltet sein. Bei Gesundheit, Recht oder Geld solltest du Fakten immer prüfen. Persönliche oder vertrauliche Daten gibst du besser nicht ein, und die Datenkontrollen in den Einstellungen sind einen Blick wert. Die App braucht Android 7.1 oder neuer.
ChatGPT eignet sich für Schule, Beruf und Alltagsfragen, die USK gibt die App ab 12 Jahren frei. Installiere nur die offizielle App von OpenAI, denn es gibt viele Nachahmer mit ähnlichem Namen. ChatGPT →
Activity Launcher

Versteckte Einstellungen direkt öffnen
Activity Launcher listet die Bildschirme und Aktionen auf, die installierte Apps beim System anmelden. So öffnest du eine bestimmte Einstellung direkt oder legst eine Verknüpfung auf den Startbildschirm. Der Weg durch mehrere Menüs fällt weg. Manche Hersteller verstecken Einstellungen, die man auf diesem Weg trotzdem erreicht.
Die App schaltet nichts frei, sie ruft nur Einstiege auf, die es ohnehin gibt. Manche davon sind nicht zum direkten Öffnen gedacht und stürzen ab oder tun gar nichts. Änderungen an versteckten Systemeinstellungen können Nebenwirkungen haben. Das Projekt ist quelloffen und klein, Version 2.4.1 brachte Favoriten und eine Kachel für die Schnelleinstellungen.
Activity Launcher richtet sich an neugierige und erfahrene Nutzer. Wer nicht weiß, wonach er sucht, braucht die App vermutlich nicht. Wer dagegen täglich denselben tief versteckten Bildschirm öffnet, spart damit jedes Mal ein paar Fingertipps. Activity Launcher →
Die richtige Auswahl statt einer vollen App-Liste
Am besten geht man von den eigenen Aufgaben aus. Wer oft Archive lädt, braucht ZArchiver. Wer große Dateien zwischen Handys schiebt, spart mit ShareMe Zeit. Für Backups lohnt der Vergleich von TeraBox mit dem Speicher, den Google oder der Handyhersteller schon anbieten. Chrome und Maps sind meist vorinstalliert, dort bringt das Einrichten mehr als ein Wechsel.
Danach geht es um Rechte und Vertrauen. Werkzeuge wollen oft Zugriff auf Dateien, Standort oder Netzwerk. Bevorzugt werden sollten bekannte Entwickler, installiert aus Google Play oder von der offiziellen Seite. Zwei Apps für dieselbe Aufgabe sind meist eine zu viel. Eine kleine, gut gewählte Sammlung lässt sich leichter aktuell und sicher halten.
Fragen zu Archiven, Gratis-VPN und KI-Datenschutz
Brauche ich auf Android eine eigene Archiv-App?
Viele Dateimanager öffnen ZIP-Dateien selbst, bei RAR und 7z klappt das aber nicht immer. ZArchiver kommt mit diesen Formaten zurecht und kann auch eigene Archive packen.
Kann man einem kostenlosen VPN wie Proton VPN trauen?
Das hängt vom Anbieter ab. Hinter Proton VPN steht ein Schweizer Unternehmen mit quelloffenen Apps und unabhängigen Prüfungen. Bei unbekannten Gratis-VPNs ist mehr Vorsicht angebracht, weil sie sich oft über Werbung oder Datensammeln finanzieren.
Sollte ich ChatGPT persönliche Daten anvertrauen?
Besser nicht, vor allem keine sensiblen privaten, finanziellen oder beruflichen Daten. Prüfe die Datenkontrollen in den Einstellungen und kontrolliere wichtige Antworten, denn sie können Fehler enthalten.
